0931/ 386 - 585 50 info@kreuzbund-wuerzburg.de
Unter Corona-Bedingungen ein kreativer Partner des Uniklinikums Würzburg

Unter Corona-Bedingungen ein kreativer Partner des Uniklinikums Würzburg

UNTER CORONA-BEDINGUNGEN EIN KREATIVER PARTNER DES UNIKLINIKUMS WÜRZBURG

Der Kreuzbund zählt zu den bewährten, hochaktiven Selbsthilfepartnern des Uniklinikums Würzburg. Auch die Pandemiebedingungen konnten dieses Engagement nicht ausbremsen – vielmehr wurde für den Besuchsdienst eine kreative Lösung gefunden.

Von Gabriele Nelkenstock, externe Selbsthilfebeauftragte des Uniklinikums Würzburg.

Die Selbsthilfe zählt zu den unverzichtbaren Partnern in der Patientenbetreuung des Uniklinikums Würzburg (UKW). Nach dem Wunsch des Klinikums soll die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen in einem kontinuierlichen Prozess immer weiter optimiert werden. Die Ernsthaftigkeit, mit der dieses Ziel verfolgt wird, drückt sich nicht zuletzt in der Auszeichnung „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ verliehen wurde.

Im Vorfeld der Auszeichnung – und den damit verbundenen Qualitätssicherungsmaßnahmen – wurde die Position der Selbsthilfebeauftragten am Klinikum geschaffen und mit mir besetzt. Seither fungiere ich als Ansprechpartnerin und Kontaktperson für alle Selbsthilfegruppen, für das Aktivbüro der Stadt Würzburg, für alle Dachverbände der Selbsthilfe, für die Kliniken unt Zentren des UKW sowie der Beschäftigten.

Essentieller Partner der Psychiatrischen Klinik

Zu den Selbsthilfegruppen, von deren Erfahrungswissen, Betroffenenkompetenz und Engagement wir regelmäßig profitieren, gehört auch der Kreuzbund. So sind die regionalen Kreuzbundgruppen vor allen Dingen essentielle Partner der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Die dortige Schwerpunktstation für Abhängigkeitserkrankungen verfolgt ein multimodales interdisziplinäres Therapiekonzept, das unter anderem darauf abzielt, dass die Patientinnen und Patienten sich einer Selbsthilfegruppe anschließen sowie der Angebote nach dem stationären Aufenthalt möglichst regelmäßig nutzen. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie kamen dazu die Vertreter aus Kreuzbundgruppen im wöchentlichen Wechsel mit anderen regionalen Selbsthilfegruppen alle 14 Tage in einen Besprechungsraum der Station IV West. Im Stuhlkreis stellten sie den Patientinnen und Patienten ihre jeweilige Gruppe und deren Angebote vor und berichteten aus ihrer eigene Krankengeschichte.

 

Portraitbild Gabriele Nelkenstock, die externe Selbsthilfebeauftragte des Uniklinikums Würzburg

 

Problem: Infektionsschutz erlaubt keine unmittelbaren Kontakte

Die Kontaktbeschränkungen der Pandemie machten diesen unmittelbaren Austausch unmöglich. Erfreulicherweise konnten wir uns bei der Lösung des Problems voll auf den Kreuzbund verlassen. Mit diesem, den anderen Selbsthilfegruppen und Privatdozent Dr. Thomas Polak, dem Leiter der Klinischen Suchtmedizin am UKW, wurde zum Jahreswechsel 2020/2021 ein gemeinschaftlich gestalteter digitaler Besuchsdienst ins Leben gerufen. Seit Beginn des Jahres finden die Zusammenkünfte über die Internetplattform Skype for Business statt. Unsere Partner aus der Selbsthilfe sind dabei auf einem großen Bildschirm interaktiv in den Gesprächsrunden zugegen. Nach Meinung der meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer funktioniert die digitale Variante ähnlich gut, wie der direkte Austausch vor Ort. Beim Verfassen dieses Beitrags Ende Oktober 2021 war der digitale Besuchsdienst nach wie vor der von den Veranstaltern präferierte Weg.

Bild: Mario Weber / Uniklinikum Würzburg
Der Bildschirm zeigt Arnd Rose

Gruppentreffen nachweislich extrem wichtig für Abstinenz

Wir sind für diese gerade auch vom Kreuzbund mitentwickelte und mitgetragene Lösung sehr dankbar, denn der frühzeitige Kontakt mit der Selbsthilfe ist für Suchtpatientinnen und -patienten extrem wichtig. Laut Dr. Polak ist die Wirksamkeit dieser Angebote wissenschaftlich gut untersucht. Demnach bleibt nur ein Drittel der Suchtkranken, die keine Selbsthilfegruppe besuchen, in den ersten sechs Monaten nach der Entgiftung und dem Abschluss der stationären Therapie abstinent. Wird einmal im Monat an einem Gruppentreffen teilgenommen, steigt die Quote auf 45 Prozent. Und bei regelmäßigem, wöchentlichem Besuch einer Selbsthilfegruppe beträgt die Sechs-Monate-Abstinenz sogar 75 Prozent.

Die sozialen Bedingungen der Corona-Krise haben die Gefahren für Sucht und Rückfall erhöht. Umso glücklicher sind wir, dass wir uns auch „bei rauer See“ auf die anhaltende und kreative Unterstützung durch unsere leistungsstarken Selbsthilfepartner verlassen können.

Im Gruppenraum der Schwerpunktstation für Suchtkranke der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg finden derzeit die Besuchsdienste digital statt. Der Bildschirm zeigt Arnd Rose, den Sprecher des Kreuzbundes für die Region Würzburg, Kitzingen und Lohr.

Tag der Frau

Tag der Frau

Tag der Frau vom 09.03. – 10.03.2022 in Oberelsbach

Unser Thema … und plötzlich bin ich sprachlos

Nach einem leckeren Frühstück starteten wir unseren Frauenworkshop mit einer Vorstellungsrunde.

Was machst und oft sprachlos? Kritik üben oder Kritik entgegengebracht bekommen, in beiden Situationen tendieren wir dazu kurz sprachlos zu sein. Unser Harmonie-bedürfnis und das eigene Selbstwertgefühl sind Eigenschaften, die das Thema Feedback zu einer heiklen Angelegenheit machen. Dabei ist es und nur so möglich Dinge zu verändern und zu verbessern.

Wie geht man damit richtig um, ohne andere zu verletzen und auch das gewünschte Ergebnis zu erzielen?

In der Kleingruppe stellen wir uns die Fragen:

  • In welcher Situation warst du sprachlos?
  • Wie hast du dich aus der Situation heraus gerettet?
  • Ist dir das öfter passiert?

Einige sprachen über Mobbing bei der Arbeit und dass es ihnen mit ihrem jetzigen Selbstbewusstsein nicht mehr passieren würde.

Mit hat sehr gut das Gedicht “Sprachlos gefallen” ?

Sprachlos sein ist wie eine Ohnmacht, Geist und Mund sind erstarrt.

Was kann da denn nur geschehen sein, war die Seele wohl zu zart?

War es eine Hiobsbotschaft oder Schmeichelei, Worte dir der Seele wehtun, oder sanfte Dichterei.

Sprachlos sein kann viel bedeuten, Freude, Glück, Begeisterung, aber auch bedrückende Trauer eine Art Versteinerung.

In einer weiteren Kleingruppenarbeit die in Abhängigkeitsgruppen und Angehörigengruppen eingeteilt wurde, stellten wir uns die Fragen:

  • Warum war es für mich als Angehörige schwer das Suchtproblem meines Partners anzusprechen?
  • Und warum habe ich es als Abhängige auch meinem Partner abgelehnt über meine Sucht zu sprechen?

Ich spreche als Abhängige: Ich hatte mich geschämt, dachte ich packe es alleine, hatte keine Einsicht, ich bin kein Alkoholiker. Erschreckend fand ich die Aussagen der Angehörigen, wir haben ihnen viel Leid angetan.

Den vollgepackten Tag konnten wir bei einer Kreativarbeit, es wurden Eulen als Türstopper genäht verarbeiten. Es war ein schöner Tagesabschluss.

Am nächsten Tag hörten wir von den 4 Kommunikationstypen:

  • die Superhelden heißen Erde- und Feuersupermann
  • Die Superheldinnen heißen Wasser- und Luftsuperfrau

Feuer-Supermann = arrogant und egoistisch, will immer im Mittelpunkt stehen

Erde-Supermann = stark, Bodenständigkeit, behält den Überblick, kann sehr überzeugend sein

Luft-Superfrau = kreativ und ein Teamplayer, hat großes Interesse und ist zum Teil auch neugierig

Wasser-Superfrau = hochemotional, sehr emphatisch und hat für jeden ein offenes Ohr

In der großen Gruppe diskutierten wir, in welchen Typ sehen wir uns selber. War sehr interessant.

Natürlich wurde auch getanzt (unseren tollen Rosentanz) und gesungen und sich ausgetauscht. Wir fühlten uns einfach gut.

Wie immer ein sehr ereignisreiches und schönes Seminar mit ganz vielen glücklichen Gesichtern.

Danke an Elvira, Regina, Sigrid und Edith für die tolle Ausarbeitung.

Bleibt alle gesund!

Margit aus Aschaffenburg

Bericht zur Mainfranken-Messe am 03.10.2021

Bericht zur Mainfranken-Messe am 03.10.2021

Auch dieses Jahr waren wir trotz Corona auf der Mainfranken Messe vertreten. Unsere Erwartung wurden dieses Jahr sogar übertroffen da wir vom Aktivbüro der Stadt Würzburg einen erstklassigen Standplatz direkt am Eingang bekommen haben, und jeder Besucher zwangsläufig an unserem Stand vorbei musste. Unsere Flyer fanden viele Abnehmer was nicht zuletzt an unseren kleinen Anhängseln lag. Sehr großes hallo fand natürlich unser Rauschpakur, insbesondere die Restalkohol Brille. Wir hatten viele Interessante und gute Gespräche. Ich möchte dabei betonen wenn nur ein oder eine von diesen Gesprächen den Weg zu uns findet hat sich der Aufwand gelohnt. Ich möchte mich ganz recht herzlich bei meinen Mitstreitern, die mit viel Herzblut dabei sind bedanken. Ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung die da bestimmt kommen wird und hoffe wieder auf eine rege Beteiligung von euch.

Arnd Rose Regionssprecher Region2

Universitätsklinikum Würzburg und Selbsthilfegruppen – Wie geht das gemeinsam?
Diskussionsrunde auf der Medienbühne der Mainfrankenmesse 2021

Zum Thema 112 Jahre “Selbsthilfefreundliches Krankenhaus” – ein wichtiger, stetiger und lebendiger Prozess zum Wohle der Patienten im Universitätsklinikum Würzburg” fand auf der Medienbühne der Fachhochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg – Schweinfurt an der Mainfrankenmesse 2021 eine Podiumsdiskussion statt. Was ist das ein selbsthilfefreundliches Krankenhaus? Wie arbeiten die Gruppen mit dem UKW zusammen? Was konnte in den letzten bei den Jahren erreicht werden? Mit diesem Fragen beschäftigten sich Vertreter der Selbsthilfegruppen Dorothea Eirich Regionalgruppe Würzburg und
Umland der Organtransplantierten e. V., Manfred Marold von der Kreuzbundgruppe Lohr 1, die
Selbsthilfebeauftragte Gabriele Nelkenstock und Julia Kratz vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Unterfranken in einer regen Diskussion, die auch per livestream ins Internet übertragen wurde.

Manfred Marold Lohr1

 

Kreuzbund Gruppe 4 Aschaffenburg – Damm

Kreuzbund Gruppe 4 Aschaffenburg – Damm

“Wie die Zeit vergeht”

Ich erinnere mich noch an das Jahr 2010.

Treffpunkt: Dienstagabend 19.00 Uhr im Martinushaus Aschaffenburg
Gruppenleiter: Peter Dahmen

Die damalige und bis heute bestehende Gruppe war die KB 2 Aschaffenburg.

Da die Gruppe sehr schnell “gewachsen” ist, damals 18 – 20 Personen, Tendenz steigend, machte Peter Dahmen den Vorschlag, die Gruppe zu teilen. Zuerst ging es sehr schleppend voran, es war nicht jeder von dem Vorschlag begeistert. Aber nach vielen Gesprächen war auch ich von dieser Lösung überzeugt, eine neue Gruppe zu gründen.

Gesagt – getan …

Ich machte mich mit 2 Mitstreitern auf die Suche nach einem neuen Gruppenraum. Nach 10 Monaten haben wir den Schritt gewagt, uns von der Kreuzbundgruppe AB 2 zu trennen.

Im September 2011 haben sich 9 Personen darüber gefreut, dass unsere neue Gruppe “Aschaffenburg 4” ab Dienstag, 11.09.11 um 19.00 Uhr im neuen Gruppenraum stattfinden kann, um sich auszutauschen.

Somit feierte unsere Gruppe im September 2021 10-jähriges Bestehen, also den 1. “runden Geburtstag”

Zum Zeitpunkt der Neugründung war ich 2. Gruppenleiter. Nach 2, schnell vergangenen Jahren, wurde ich zum 1. Gruppenleiter gewählt.

Unsere Gruppe besteht aus 18 festen Personen und 3 noch nicht so festen Mitgliedern.

Ich habe in den 10 Jahren schon viele Probanden kommen und gehen gesehen. Doch freue ich mich sehr darüber, dass die Mitstreiter von damals immer noch mit mir gemeinsam im Boot sitzen und gegen die Sucht kämpfen.

Leider mussten wir uns auch von ein paar Gruppenmitgliedern trennen, sei es wegen des Alters, wegen der Gesundheit und auch Verstorbene haben wir zu beklagen.

Ich schaue in “kleinen Schritten” in die Zukunft und kämpfe gemeinsam mit meiner Gruppe um eine trockene und zufriedene Abstinenz.

Danke sage ich meiner ganzen Gruppe für den Zusammenhalt, besonders natürlich auch dem 2. Gruppenleiter und unserem Kassier für die tolle Zusammenarbeit in den letzten 10 Jahren.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich sehr froh bin, dass es den “Kreuzbund” für mich und für alle gibt, die Rat und Hilfe suchen.

Danke für die Zeit, die Ihr Euch genommen habt meinen Artikel aufmerksam zu lesen.

  1. Gruppenleiter
    Gisbert Kempel