„Sucht im Song“ – Seminar und Workshop des Kreuzbundes in Oberelsbach
Vom 21.03.- 23.03. trafen sich rund 24 Männer und Frauen mit dem Trierer Original und Kreuzbundbruder Heinz Fichter (Gitarre) und dem Bitburger Urgestein und Kreuzbundbruder Peter Dahm, erfahren in der Musikszene u.a. als Sänger in einer Band zum Seminar „Sucht im Song“ in Oberelsbach. Zwei coole Typen! Im ersten Moment dachte ich: „Oh, die Alt-Hippies sind los!“
Angereist war ich ohne große Vorstellungen vom Inhalt des Seminars, froh, einfach noch einen Restplatz ergattert zu haben, denn jedes Seminar und Treffen mit den Freundinnen und Freunden des Kreuzbundes ist ein großes „Hallo“, eine herzliche Umarmung und eine emotional einfühlsame Begegnung mit Gleichen. Kurzum: Immer ein Gewinn! Und ein Kraftquell!
Nach der Begrüßung von Alfred „Fredi“ Beck (Seminarleitung) nahmen uns Heinz und Peter mit auf eine Reise in die Welt der verschiedenen Musikstilrichtungen und wir hatten die „Hausaufgabe“, uns am Abend die Texte anzuschauen (Zwischen-Rufe der Vorlauten: „auswendig zu lernen“) und am Samstagmorgen abzustimmen, welche uns besonders interessierten. Netterweise hatte uns Peter schon die Übersetzungen der englischen Texte (plus der Slangs und Umgangsbezeichnungen) dazu geliefert, denn einige sagten gleich: „Oh, des Englischen bin ich eigentlich nicht so mächtig“. Die beiden Seminargestalter nahmen uns die Sorge und führten uns in eine Welt, die scheinbar glitzert und glänzt und auch doch so viele Untiefen des menschlichen Lebens hat.
Ich hatte ja mit Grönemeyers „Alkohol“ gerechnet, aber das kam nicht. Wir hörten alte amerikanische Songs, englische Interpreten, darunter die grandiose Soulstimme Amy Winehouse und auch deutsche Sängerinnen und Sänger, z.B. Sarah Lesch: „Wenn er nicht trinkt…“, die uns mitnahm in die Sichtweise der Angehörigen.
Dazwischen war Zeit für den Austausch, eigene Erfahrungen, aber auch Nachfragen zum Text und zu den Interpreten. Wir machten uns Gedanken über den kalten Entzug (John Lennon: Cold Turkey), über die Verweigerung einer Reha – (oder Entzugs-) Klinik (Amy Winehouse: Rehab) und natürlich fehlten auch nicht die „Eagles“ mit „Hotel California“. Ein Text, der viele Interpretationen offen lässt, von Satanismus bis Entzugsklinik. John Lennon ging vielen unter die Haut, allein die Musik und deren Veränderung ließen uns die körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen live miterleben. Oh no!!!!!!
Der legendäre Club 27 (Singer und Songwriter, die jung starben) brachte uns zum Nachdenken: Ja, das Leben ist endlich, aber der Tod ist irreversibel und das wollen wir nicht, irgendwann – ja, da wird er kommen, aber nicht jetzt! Das Leben ist schön!!!!!!! Ute Freudenberg vertont und beschreibt dies in ihrem Lied: „Willkommen im Leben“ Oh Yeah!
Als Menschen, die Englisch nicht als Muttersprache haben, kommen uns manche Melodien eingängig vor, lassen uns an Lagerfeuerromantik (Cocaine/Kokain von Hans Wader) und an Abtanzen denken, so wie die Rolling Stones. Aber weit gefehlt, es war keine Verherrlichung von Alkohol und anderen Substanzen, nein klar kam rüber, wie hilflos, wie unmenschlich, wie grausam die Unfreiheit ist. Abhängigkeit: das Gegenteil von Freiheit!
Ein bisschen Abtanzen war natürlich auch und Heinz erfreute uns am Samstagabend mit einem kleinen Live-Konzert, zu dem wir sogar junge Zaungäste begrüßen durften.
Fazit: Es war ein anderes Seminar, anders als erwartet, auch wenn es Wiederholungs-täterinnen und Wiederholungstäter gab und es war jede Minute interessant, die Stimmung gut, der Versorgung in Rhöniversum natürlich wieder klasse und vor allem: das Ankommen in der Kreuzbundfamilie unbezahlbar und ein wahres Geschenk!
Eure Kiliane Kreuzbundgruppe Aschafenburg 2
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